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Mit seinem dritten Album bleibt das Andromeda Mega Express Orchestra zuverlässig unberechenbar. Denn die mit Genres jonglierende 18-köpfige Ausnahmeformation, die für ihre ausgefeilten Studioproduktionen bekannt ist, überrascht mit einer Live-Platte, die im Mai 2012 im Heimathafen Berlin-Neukölln aufgenommen wurde.
Schon das erste Stück „Stimmung In G“ verdeutlicht, dass es seit dem letzten Album „BUM BUM“ eine Reihe stilistischer Justierungen gegeben hat. Statt eines akustischen Splatter Comics, bei dem alle paar Sekunden neue Informationen aufeinander prallen, gibt es eine konsequent durchgehaltene Klangfläche, die eher an Ambient Music erinnert als an die zuvor beim Andromeda Mega Express Orchestra stets im Vordergrund stehende Kleinteiligkeit. Daniel Glatzel, Leiter und Komponist des Ensembles, bezeichnet den Opener als eine Art Luftreinigung, die Publikum und Hörer auf einen gemeinsamen Nullpunkt hieven soll, um sich auf das Unerwartbare einzustimmen.
Auf „BUM BUM“ stand noch die Gegenteiligkeit aller Elemente im Vordergrund. In ein und demselben Moment fand man sich auf einer Blumenwiese voller Fallobst, einer Sperrmüllhalde und einem vollgestopften Antiquariat wieder. Auf „Live on Planet Earth“ ist wieder viel mehr Platz für einzelne Statements, Flächen und Entwicklungen, das Ohr kann sich zwischen den einzelnen Ebenen entscheiden. Das Andromeda Mega Express Orchestra will so die tollkühne Grandezza der letzten Platte keineswegs revidieren, sondern die Fortschreibung des Ensembles, das sich zwischen avantgardistischem Salon-Orchester, alternativer Jazz Big Band und musikalischem Logistik-Zentrum positioniert, weiter voran treiben.
Die seit mittlerweile sechs Jahren tourende Working Band setzt sich verstärkt mit ihrem unverwechselbar eigenen Musikpluralismus auseinander, hebt die individuellen Charakteristika der Musiker hervor, greift aber umso tiefer als musikalische Einheit ineinander.
Die hörbare Konzentration aufs Kollektive führt dazu, dass die neue CD viel sinfonischer klingt als die letzte, die teilweise einen recht technoiden Charakter hatte. Die von Glatzel apostrophierte organische Grundausrichtung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch auf „Live on Planet Earth“ mit elektronischen Mitteln gearbeitet wird. Nur kommen diese viel subtiler zum Einsatz als in herkömmlicher elektronischer Musik. So wird im Finale „W.A. Mozart vs. Random Generator“ mit einem Zufallsgenerator gearbeitet. Daniel Glatzel: „Unser Baritonsaxofonist Johannes Schleiermacher erzählte mir eines Tages, dass er eine Software programmiert hatte, mit der er Notenmaterial digitalisiert verfremden kann. Mit einem Regler bestimmt er, wie viel Zufall eingestreut wird. Darauf basierend haben wir Mozarts Komposition verseucht, aber unser Streichquintett spielt noch mit demselben Gestus und mit derselben Ernsthaftigkeit. Es ist herrlich, was dabei entstanden ist. Manche Passagen klingen unnachahmlich wild, manche wie später Schönberg. Über lange Strecken bekommt auch der Zufall ein Gesicht, da sich das Hirn andauernd Assoziationen zusammenreimt - oder es stellt sich eine wunderbare Leere ein. Wir inszenierten das Ganze wie einen Boxkampf, bei dem ein Konsolenspiel aus den achtziger Jahren moderiert.“
Und wenn der letzte Ton verklungen ist, hagelt es Applaus. Eine Live-Platte, die viel mehr ist als nur das Dokument einer logistischen Herausforderung. Das Andromeda Mega Express Orchestra löst sich aus der Sicherheit des Studios und zementiert vor Publikum seinen Ruf als eine der führenden europäischen Großformationen für extravagante Klangalltäglichkeit.

Andromeda Mega Express Orchestra: Live on Planet Earth

Opening (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 3'51''
Le Prétre Viré (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 7'10''
Sozialbao (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 7'35''
Harmagedon (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 13'00''
Overture (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 8'37''
W.A. Mozart vs Random Generator (Live Version) Andromeda Mega Express Orchestra 12'00''

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