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Das Aufeinandertreffen des schottischen Pianisten und Komponisten Bill Wells mit dem absichtsvoll amateurhaft agierenden japanischen Ensemble Maher Shalal Hash Baz
findet auf vollkommen natürlicher, ungezwungener Ebene statt, es ist eine sehr stimmige und komplementäre Vereinigung.
Was beileibe nicht bedeutet, dass die gemeinsamen Aufnahmen zu Osaka Bridge Anspruch auf Mustergültigkeit oder Perfektion erheben würden:
Die Maherschen Hörner zerren an Wells' üppigen Arrangements, ringen gleichsam mit ihnen und verleihen so jeder einzelnen Note eine gewisse stoisch-starre Nachdrücklichkeit, ähnlich der einer Schülerblaskapelle bei der ersten Prob. Allerorten purzeln Songs aus dem Rhythmus heraus und wieder hinein, ein Stück wie Poxy ist eine gute Meile überland vom ursprünglich intendierten Swing Feeling entfernt.
Was natürlich gerade die Magie der Musik ausmacht.
Maher Shalal Hash Baz nehmen sich Wells' köstlich wehmütige und komplexe Melodien vor und schälen sie Schicht für Schicht bis auf ihren innersten emotionalen Kern zurück. Sich jeglichen Kunstgriff verweigernd bringen sie so schiere Schönheit zum Vorschein, gelassen und stark.
Besonders berührend sind On The Beach Boys Bus und Time Takes Me So Back, die beiden von Reiko Kudo (der Frau von Maher-Kopf Tori Kudo) gesungenen Stücke.
Beide Melodien erschienen Wells in Träumen, die erste intoniert von einer Gruppe sonnengebräunter Kalifornier auf dem Weg zu einer Beach Boys Convention, letztere von seiner Großmutter im Moment ihres Dahinscheidens.
Reikos reine, ungekünstelte Stimme verleiht jedem einzelnen Song eine eindrucksvolle Fragilität die das traumhafte der Melodie betont und steigert.
Cowtail CalypsoI wiederum entstand, als Wells Tori Kudo bat, Roger Millers King Of The Road über eine synkopierte, treibende Melodie zu singen. Kudos unverbindliches "vielleicht" (von dem Wells behauptet, dass es zumeist "vergiss es" bedeute) resultierte in einem knappen, eigentümlichen Stück das desungeachtet alle von Wells' Erwartungen übertraf.
Unter den Instrumentaltracks sticht besonders Liquorice Tics hervor; mit seinen rollenden Rhythmen und kreiselnden Melodien klingt es, als wäre es auf einer zwischen zwei japanischen Inseln pendelnden Fähre aufgenommen.
Family Sighs verströmt eine resignierte, brütende Atmosphäre, die ziemlich genau die widerstreitenden Gefühle auf den Punkt bringt, die die meisten Menschen ihren nächsten Anverwandten entgegenbringen.
Der Großteil der Instrumentalstücke ist kurz und bündig - hier und da vermengt mit einer schönen Melodie steigern sie in ihrer Knappheit jedoch noch die Wucht ihrer Wirkung.
Osaka Bridge als ganzes betrachtet stellt sich als beeindruckendes Dokument fließender Momente und intimer Bekenntnisse in ihrer spontansten und ungekünstelsten Form dar.
Über die immensen kulturellen und sprachlichen Grenzen ihrer jeweiligen Kulturen hinweg finden Bill Wells und Maher Shalal Hash Baz in einer geradezu körperlich spürbaren Harmonie zusammen, die gleichermaßen linkisch wie glorreich daherkommt.

Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz: Osaka Bridge

Rye & Guy Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 4'53''
Tipsy Cat Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 2'43''
The Dust Of Months Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 2'37''
Duck Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'04''
On The Beach Boys Bus Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'47''
Oddults Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'46''
Liquorice Tics Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 2'14''
Poxy Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 4'53''
Time Takes Me So Back Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 3'51''
Family Sighs Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'42''
Stabbed In Hamburg Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'49''
The Williams Sisters Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 37''
Cowtail Calypso Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'38''
Banned Announcement Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 1'57''
On The Beach Boys Bus (Reprise) Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz 3'29''

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