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Eigentlich ist es Kammermusik, was Bill Wells und Stefan Schneider auf ihrem Album „Pianotapes“ machen. Wells spielt fragile Tonfolgen auf dem Bechstein-Flügel, Schneider nimmt sie mit zwei alten Tonbandgeräten auf und
spielt sie mit veränderter Geschwindigkeit ab. Daraus ergeben sich Spiegelungen der Töne und Ideen: Wells antwortet auf die tonalen Verschiebungen, er baut sie ein in seine Improvisation, spielt mit ihnen, entwickelt sie fort.
Bill Wells ist der Nestor der Glasgower Indie-Szene. Der Bassist, Gitarrist und Pianist arbeitete mit den Pastels und den BMX Bandits, nahm ein Album mit Isobel Campbell auf, der ehemaligen Sängerin von Belle & Sebastian. Und Wells war stets interessiert an den Bereichen der Avantgarde, die im Grenzgebiet von Electronica, Folk, Jazz und Neuer Musik blüht. Legendär ist sein Album „Osaka Bridge“, das er mit dem japanischen Amateur-Ensemble Maher Shalal Hash Baz einspielte. Er verwirklicht seine so kursiven wie inspirierenden Klang-Entwürfe mit seinem eigenen Oktett und seinem Trio.
Mit letzterem produzierte er 2003 das Album „ Pick Up Sticks“, und in dieser Phase arbeitete er erstmals mit Stefan Schneider zusammen. Der Düsseldorfer ist Teil des Trios To Rococo Rot, er betreibt das Solo-Projekt Mapstation, und arbeitet auch mit Joachim Roedlius von Cluster zusammen. Schneider und Wells entwickelten das Konzept für die „Pianotapes“ gemeinsam und präsentierten es live erstmals vor zwei Jahren beim Piano-Festival „Approximation“ im Salon des Amateurs in Düsseldorf.
Die beiden probten für die Aufnahmen zum Album lediglich die technischen Abläufe, der Rest ergab sich aus der Improvisation. So entstanden Klanggespinste, die dicht gewebt sind. Ab und an geben Schneider und Wells
Synthesizer-Klänge in das Zusammenspiel von Original und Kopie. Die Atmosphäre ist märchenhaft, aber nicht versponnen. Das ist mit großer Klarheit arrangierte Musik, atmosphärisch und faszinierend zeitlos. Kammermusik für die Spätphase der Globalisierung.
André Niebur, Teil des Künstlerkollektivs hobbypopmuseum, hat mit seinem Cover-Motiv für „Pianotapes“ die optische Entsprechung für diese Musik gefunden.

Bill Wells & Stefan Schneider: Pianotapes

Pntps 7 Bill Wells & Stefan Schneider 7'52''
Pntps 4 Bill Wells & Stefan Schneider 3'30''
Pntps 112 Bill Wells & Stefan Schneider 3'24''
Pntps 88 Bill Wells & Stefan Schneider 5'42''
Pntps 3 Bill Wells & Stefan Schneider 3'12''
Pntps 8 Bill Wells & Stefan Schneider 2'57''
Pntps 5 Bill Wells & Stefan Schneider 4'23''
Pntps 6 Bill Wells & Stefan Schneider 7'11''
PNTPS Aux9 (Bonus Digital) Bill Wells & Stefan Schneider 4'20''
PNTPS 11 (Bonus Digital) Bill Wells & Stefan Schneider 4'05''