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Saam Schlammingers Musik negiert den Dialog der Kulturen. Dialog heißt: hier ist dieser, dort ist jener, nun versteht euch mal gut. In einem solchen Schema, in Subjekte gezwängt, können Kulturen nicht anders als Karikaturen wirken. Auf die Musik übertragen, klingt das Ergebnis in der Regel entsprechend: westliches Einerlei in südlicher oder östlicher Tunke. Oder umgekehrt: Beats, die Folklore nicht welthaltiger machen. Ausnahmen gibt es, natürlich, großartige Begegnungen. Doch leben sie nicht von Kulturen, also Kollektiven, sondern von Individuen, die fest sind in ihren Wurzeln, um über sich hinauszuwachsen. Sie können einander ergänzen, sich bestehlen, sich zu etwas Neuem verbinden, im besten Falle eine nie gehörte Einheit werden – dann aber haben sie den Dialog hinter sich gelassen. Es hat den Schein von Dialog, tatsächlich ist es Vielstimmigkeit, viele Stimmen, die ein Orchester werden, statt bloß miteinander zu reden. Saam Schlamminger ist noch weiter. In seiner Musik ist der Dialog aufgekündigt. Alles ist eins, aber nichts gibt sich auf. Es ist nicht zu unterscheiden, was woher kommt. Beinah alles an ihr erscheint westlich, Exotik wird auffallend vermieden, dabei ist die Musik ihrem Wesen nach orientalischer als Bauchtanz. Überläßt man sich dem Flügelschlag der Beats, erkennt man das Santour, das persische Hackbrett. Im Flimmern der Elektronik hallt das Tombak nach, die orientalische Trommel. Saam schmückt sich nicht mit östlichen Accessoires (so gut er sie zu verwenden beherrscht); er übernimmt nicht Formen des Ostens, sondern Strukturen, Gedanken, eine Philosophie des Spiels, die spezifisch ist und universell zugleich. Saams Musik ist östlich, indem sie westlich ist. Oder umgekehrt. Ich weiß es nicht.
Dr. Navid Kermani
Islamwissenschaftler, Schriftsteller (u.a. „Das Buch der von Neil Young getöteten“)
Weltmusik ist nicht von dieser Welt. Sondern häufig aus einem virtuellen Raum, in dem so recht eigentlich keiner leben will. Halten wir uns also fest: Welt ist Welt plus Mensch.
Saam Schlamminger ist ein Mensch persischen Ursprungs. Und die Musik, die er für sein Debutalbum „Sokut“ entworfen und verwirklicht hat, ist definitiv von dieser Welt. Einer anderen nämlich. Einer Welt in der die Richtung stimmt, weil es keine Richtung gibt. Einer Welt, in der die digitale Wüste analog lebt. Bevölkert von Bass-Babyloniern, Slide-Semiten und Beat-Beduinen, den fiktiven Protagonisten einer musikalischen Beschwörung, auf deren Höhepunkt sich Orient und Okzident, entspannt schaukelnd im episch-mystischen Metrum Mesopotamiens Gute Nacht sagen.
Die Musik ist demokratisch-fantastisch wie die Weilheimer Musik Szene, wo Schlamminger lebt und, einem visionären, Magier gleichend, östliche Western mit westlichen Eastern verbindet. Ungewohnt vertraut wirkt Chronomads „Sokut“ so tonangebend für ein weites, bislang kaum begründetes und doch schon missverstandenes Genre.
Wer sich als Hörer des Heute und der letzten 8000 Jahre schon immer gefragt hat, wo denn nun auf all den verdammten Fake Orient Platten die vielbeschworene exotische Arithmetik in Rhythmus und Tonalität geblieben ist, wird Chronomad mit offenen Ohren empfangen.
Dies ist Ritualmusik ohne überflüssige Rituale.
Chronomad ist seinen Traumpfaden folgend in Everybody’s Land gelandet. Folgen wir ihm dorthin.
Ole Wagner

Chronomad: Sokut

Sama`i Chronomad 4'44''
Aksak Chronomad 6'15''
Mamoudi Chronomad 4'53''
Dore Hindi Chronomad 4'05''
Shish Chronomad 4'28''
Panj Chronomad 3'37''
Wahda Sagra Chronomad 3'33''
Se Chronomad 3'56''
Do Chronomad 3'52''
Wahed Chronomad 15''
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