Cristian Vogel

The Assistenz

Shitkatapult strike_160 cd
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THE ASSISTENZ ist der krönende Höhepunkt einer vierjährigen intensiven Schaffensphase in CRISTIAN VOGEL's langer, ereignisreicher Karriere. Zusammen mit The Inertials (2012) und Polyphonic Beings (2014) bildet THE ASSISTENZ ein Dancefloor-orientiertes Trio, das vor allem ein sinnliches Erlebnis ist: Aus der lebenslangen Erforschung von Frequenzen und Rhythmen in den besten Clubs der Welt sind Klänge entstanden, die jeden Nerv in Schwingung versetzen und unmittelbar auf die Psyche wirken. Doch das ist noch nicht alles: Nimmt man das abstraktere Album Eselsbrücke hinzu, zeichnet sich eine faszinierende akustische Erzählung ab, die sich Thema für Thema entschlüsselt. Darüber hinaus ist The Assistenz ein persönliches Dokument, eine Hommage an Kopenhagen, wo die Aufnahmen stattfanden und nach dessen berühmtem Friedhof das Album benannt ist, aber auch das letzte große Puzzleteil, das verborgene Geheimnisse aus den drei vorangegangenen Alben ans Licht bringt.

Die Geschichte reicht natürlich noch weiter zurück. Seit Anfang der 1990er Jahre haben VOGEL's Produktionen die Undergroundkultur mitgeprägt. Seine jüngsten Neuauflagen von frühen Alben und die Sub Rosa-Sammlung Classics 1993–1998 zeigen auf, welche Kraft sein Frühwerk bis heute hat. Doch sein heutiges Schaffen bewegt sich in einer ganz anderen Welt und ist weit entfernt von den jüngeren Generationen von Musikern, die er ebenfalls beeinflusst hat. Hört man THE ASSISTENZ, wird einem schnell klar, dass es sinnlos wäre, Vergleiche mit anderen Elektronikproduzenten anzustellen. Auch wenn einige der grundlegendsten, ewig gültigen Vektoren des Underground (Dub, Electro, Acid, Funk) durch die Tracks fließen, scheinen selbst diese von Grund auf neu erschaffen – aus einer neuen, klaren und doch irgendwie verzerrten Vision.

VOGEL's heutiges Musikverständnis ist ein spektrales. Über die Jahre drang er immer tiefer in die Details jener Frequenzen vor, aus denen bestimmte Klänge und damit Wirkungen auf den menschlichen Körper und Geist entstehen. Das Resultat ist eine Klangsynthese – für die er zunehmend die Programmierplattform Kyma nutzt –, die mehr und mehr über das „Synthetische“ hinausgeht und auf verblüffende, wundervolle Weise berührt. Am deutlichsten wird dies in der Annäherung seiner Klänge an die menschliche Stimme: nicht nur in den schnatternden, flirrenden, singenden Sounds des gespenstischen Herzstücks „Barefoot Agnete“ von THE ASSISTENZ, den Alien-Funksignalen in „The Merman's Dream“ oder den unterschwelligen „Aaahs“, die sich im Hintergrund von „Vessels“ verbergen, sondern auch in der Art und Weise, wie jeder Sound, egal an welcher Stelle des Albums, aus dem richtigen Winkel gehört wundersam menschlich klingen kann.

Und es sind nicht nur die Grenzen zwischen menschlich und künstlich oder akustisch und synthetisch, die bis zur Unkenntlichkeit verschwimmen. VOGEL's kreativer Ansatz zielt darauf ab, so wenig über die Herkunft oder Tonalität eines Klangs erkennen zu lassen, dass das Publikum gezwungen ist, sich frei von standardisierten Erwartungshaltungen auf die Musik einzulassen. Manchmal führt sie einen zu Orten, wo Dunkelheit und Körperlichkeit spürbar werden, wie in „Vessels“ oder „Telemorphosis“, oder in verwunschene Räume am Rande des Nichts, wie in „Snowcrunch“ und „Barefoot Agnete“. Doch sogar dort gibt es Euphorie. Und im überschwänglichen „Hold“ oder dem mitreißenden Funk von „Cubic Haze“ erdet sich alles Abstrakte im puren Vergnügen der eigenen Körperreaktionen auf den Klang.

Viele Science-Fiction-Träume der 1990er sind heute (virtuelle) Realität. Wir leben in einer Zeit, in der soziale Netzwerke bewusst unsere Gefühle manipulieren, in der Daten Geld sind, Maschinen lernen, man Bildern nicht trauen kann und das Künstliche mitunter realer als die Realität erscheint. Über rund 25 Jahre haben VOGEL's Experimente diesem Irrsinn nachgespürt und sich mit ihm entwickelt. Sein Verständnis von Synthese und algorithmischen Prozessen bei der Schaffung von Strukturen macht ihn zu einem der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. THE ASSISTENZ experimentiert nicht nur mit den Schnittstellen zwischen Geist, Körper und Maschine: Es bringt diese Beziehungen auf eine schöne, verstörende, bewegende und beängstigende Weise zum Ausdruck, die sogar zum Tanzen anregt. Zusammen mit den drei vorangegangenen Alben zeigt es ein grandioses, endlos zu ergründendes Abbild dessen, was elektronische Musik sein kann.

Text von Joe Muggs, Juni 2016.

Cristian Vogel: The Assistenz

LP
CD
Hold Cristian Vogel 7'05''
Snowcrunch Cristian Vogel 5'43''
Vessels Cristian Vogel 7'37''
Telemorphosis Cristian Vogel 8'37''
Cubic Haze Cristian Vogel 5'13''
Barefoot Agnete Cristian Vogel 7'58''
Hold Cristian Vogel 7'05''
Snowcrunch Cristian Vogel 5'43''
Vessels Cristian Vogel 7'37''
Telemorphosis Cristian Vogel 8'37''
Barefoot Agnete Cristian Vogel 7'58''
Cubic Haze Cristian Vogel 5'13''
Signal Symbol Cristian Vogel 5'25''
The Merman's Dream Cristian Vogel 8'41''

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