Dieter von Deurne and The Politics

Dieter von Deurne and The Politics

Morr Music morr 153-cd
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Indem er sich auf einfachere Zeiten und Ansätze zurückbesinnt, schlägt Dieter Sermeus nach vier Studioalben mit The Go Find ein neues Kapitel auf: Mit seiner neuen Band namens Dieter von Deurne & The Politics knüpft der Sänger und Gitarrist aus Antwerpen an seine Gitarren- und Indie-Wurzeln aus den Neunzigern an.

Zentraler Bezugspunkt ist dabei seine einstige Band Orange Black, die er gegen Ende der Achtziger als 15-Jähriger gegründet hatte, um mit ihr wenig später bereits im Vorprogramm von persönlichen Helden wie Pavement, Seam oder Stereolab aufzutreten. Da er den Geist dieser Ära in das gleichnamige Debütalbum seiner neuen Formation einfließen lässt, kommt vieles darin zusammen: Es ist eine kollektive Vergewisserung, ein ehrlicher Befreiungsschlag, ein vielschichtiges Statement für ungezügelte Direktheit, mehr Bauchgefühl, mehr verzerrte Gitarren.

Inspiriert von jenen Gruppen, für die Sermeus’ Ex-Band einst eröffnete, wie auch von „Teenage Fanclub, Dinosaur Jr., The Modern Lovers“ (und mehr), macht das gleichnamige Debüt postwendend Lust auf ungeplante Spontantrips in sonnige Gefilde: Mehr als bloße Nostalgie, funktionieren diese Songs tatsächlich wie ein Roadtrip – aufgenommen jedoch von einem Musiker, der schon immer am liebsten zu Fuß geht.

Gleich der Opener „Nuclear Love“ streckt seine Ellenbogen mit einem Gitarrensolo aus, und die lindernde, irgendwie wohltuende Energie dieser Tracks greift schon nach wenigen Akkorden: „I’ll pull you back in/cause stars don’t give in“, singt Dieter Sermeus, dessen Stimme immer wieder überspült wird von den Gitarren und dem dazugehörigen Fundament, jenen Lo-Fi-Gerüsten, die er zusammen mit seine beiden Bandmitgliedern aufgenommen hat.

Als Album, das „von diesen seltsamen Zeiten handelt, in denen wir leben“ (er sagt auch: „diese Trump-igkeit“), steckt vieles schon in der Zeile „It’s a beautiful life/it’s a beautiful lie“ aus dem Song „Channel“, der schließlich zu einer wilden Jam-Session ausartet. Sehr viel sanfter, ausbalancierter klingt der Popentwurf von „Heart-Shaped Stone“ oder die hypnotischen Harmonien von „I’m On Trial“, was die Belgier jedoch sogleich mit dem schnurgeraden Indie-Hit „The Law of Misunderstanding“ wegwischen. Dazu gibt es puren Minimalismus auf Orgelbasis („I Guess I Needed You More“) und akustische Geständnisse („Jupiter’s Moon“), eingängige Buchrezensionen verpackt als Lebensfragen („Knausgard“), ekstatische Momente mit mehreren Zündstufen („Too Much“) oder das sich im Chaos auflösende „Love Trouble“, bis im melancholischen Popsound von „You“ auch alternative Endungen auftauchen.

Nach 15 Jahren mit The Go Find schließt sich hiermit ein Kreis: Obwohl die Nineties hoch im Kurs stehen, schert sich dieses Werk nicht wirklich um den Zeitgeist, sondern vertont einfach nur den Wunsch nach dem nächsten Tapetenwechsel, nach den alten Hooks, die man wie ein zweites Skelett in sich trägt. Es gibt eh keinen besseren Balsam, kein besseres Kraut gegen all die kleinen und großen Probleme da draußen.

Dieter von Deurne and The Politics: Dieter von Deurne and The Politics

Nuclear Love Dieter von Deurne and The Politics 4'36''
Heart-Shaped-Stone Dieter von Deurne and The Politics 2'57''
I'm On Trial Dieter von Deurne and The Politics 3'33''
The Law Of Misunderstanding Dieter von Deurne and The Politics 2'27''
Channel Dieter von Deurne and The Politics 4'33''
Reckless Kids Dieter von Deurne and The Politics 4'05''
Jupiter's Moon Dieter von Deurne and The Politics 3'11''
I Guess I Needed You More Dieter von Deurne and The Politics 5'14''
Knausgard Dieter von Deurne and The Politics 5'18''
Too Much Dieter von Deurne and The Politics 2'30''
Love Trouble Dieter von Deurne and The Politics 5'48''
You Dieter von Deurne and The Politics 4'04''

Auch schön: