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Direkt vorab: Vieles auf Gebirge klingt anders, als wir es von Guido Möbius kennen. Auf seinen ersten beiden Alben klisten (Klangkrieg) und dishoek (Dekorder) kollidieren Melodien und Geräusche, Stile und Eigenarten, Melancholie und Humor. Hier wurde alles auf seltsame Weise verwoben, geschichtet und gegeneinander gestellt. Und trotz aller Komplexität und Schlauheit klingen beide Platten nie schwer oder akademisch, sondern vielmehr nach freundlicher und kluger Instrumentalmusik.
Funktionieren diese Vorgängeralben unter weitgehendem Verzicht auf Beats und Bass, so macht Möbius auf Gebirge weidlich Gebrauch davon. Hier gibt es sie, die geraden Bassdrums, Subbässe und Handclaps auf die 2 und die 4. Es gibt allerlei Maschinenlärm als Snaredrum-Ersatz, Metallscheppern, Kabelbrutzeln und Funk-Gitarren. Außerdem hören wir Bläsersätze, die so klingen, als hätten die Insassen einer Lungenheilanstalt unter Zwang zur Trompete gegriffen.
Aus diesen Elementen konstruiert Möbius spröde knarzende Tracks, die trotz ihrer Eckigkeit den Hüftschwung provozieren. Denn eine starke Inspirationsquelle für Gebirge war sein Liveset, worin sich Funk mit Experiment, Krach und Techno innig verzahnt.
Aber Gebirge hält eine weitere Überraschung parat, nämlich Gesang. Möbius hat den 4-Spur-Virtuosen Andreas Gogol aka Go:Gol (a-Musik) als Leadsänger für sein neues Album gewinnen können. Go:Gol, selbst Multiinstrumentalist mit Vorliebe für groteske Klangkonstruktionen, bedient sich auf Gebirge mehrerer lautmalerischer Fantasiesprachen. Das klingt mitunter so, als wäre die Seele des Kurt Schwitters in den Leib des James Brown gefahren. Das Fake-Englisch des Go:Gol ist an sich schon ein großes Vergnügen, sein Dada-Funk ist es auch.
Treu geblieben ist sich Guido Möbius auch mit seinem dritten Album in vielerlei Hinsicht. Etwa in Punkto Durchtriebenheit. Wenn Möbius eins seiner Stücke auf die Reise schickt, dann weiß man nie, worauf das hinausläuft. Und es macht enormen Spaß, seinen musikalischen Mutationen beizuwohnen. Dabei beherrscht der Berliner Musiker die Kunst, uns Radikales subtil unterzujubeln und selbst bei harten Brüchen das Stück in seinem Fluss zu halten. So mutiert ein Industrial-Groove zum Großraum-Rave und schließlich zum Beatboxing-Solo. Meditativ-krautiges Geklöppel auf Gitarrensaiten entpuppt sich als Grundierung für einen straffen Beat. Der wiederum mündet in spaßig gefilterte Orgelgrooves, die ihrerseits Technorock mit mehrstimmigen Bläsern einläuten. Wer hier glaubt zu wissen, was ihn erwarte, der hat sich getäuscht. Denn selbst die Überraschung bleibt an einem bestimmten Punkt auf unserer Fahrt durch das Gebirge überraschenderweise aus. Plötzlich ist da ein Song, der einfach nur ein Song ist, mit Strophe und Brücke und Refrain.
Guido Möbius gehört zu denjenigen Musikern, die man an ihrem Sound erkennen kann. Dabei ist es beinahe egal, welche musikalischen Register Möbius zieht oder welcher Instrumente oder Stilistiken er sich bedient. Sein Humor, seine Ernsthaftigkeit, sein Ideereichtum und sein ureigener musikalischer Dialekt zeugen von seiner Autorenschaft.
Möbius betreibt den Musikverlag und die PR-Agentur Autopilot. Auf seinem Plattenlabel emphase veröffentlicht er in unregelmäßigen Abständen Ein-Instrument-Singles.

Guido Möbius: Gebirge

Niemens Guido Möbius 4'06''
I Am Williams Kamera Guido Möbius 5'09''
Dig A Mammoth Guido Möbius 5'21''
Being Nice Guido Möbius 4'04''
Sssplitter Guido Möbius 4'11''
Roosevelt Mayo Guido Möbius 5'57''
Gosse Overman Guido Möbius 3'14''
Princess Of Porz Guido Möbius 7'37''

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