Lali Puna

Silver Light

Morr Music morr 117
Incl. Instant Download
Preise inkl. 19 % USt, exkl. Versandkosten.
Sendungen außerhalb EU sind 15,96% günstiger.
Lange war es still um Lali Puna, eigentlich die gesamte zweite Hälfte des vergangenen Jahrzehnts, dann kam „Our Inventions“ (2010), und jetzt, nicht mehr wirklich Schlag auf Schlag, aber doch zu einem Zeitpunkt, an dem die Songs vom letzten Album noch im Ohr sind, eine Remix-10“ als Nachbrenner: „Silver Light“.
Bevor jedoch die Spuren jener Sessions vom Vorvorjahr offiziell übergeben werden und das Versteckspiel der Originalreferenzen beginnen kann, eröffnen die vier Münchner, die nun schon seit 14 Jahren die Grenzen von elektronisch-handgemachter Introspektion immer neu arrangieren, die 4-Song-EP mit einer Coverversion von Mort Garsons „I’ve Been Over The Rainbow“ vom 1968er „The Wozard of Iz“-Album. Der so beängstigend luftleere Raum der verschrobenen „Wizard“-Parodie, in den sich Lali Puna mit ihrer Verbeugung vor dem großen Moog-Master (1924-2008) begeben, klingt irgendwie desolat und einladend zugleich, ein nachdenklicher Auftakt mit aufgestütztem Kinn unter dem besagten “Silver Light”.
Danach kann die Nacht beginnen: Der Remix von Cornelius ist denn auch wie ein wunderschönes Schlaflied geartet, mit langen, flirrenden Klangbögen, die sich wie Schlieren über das Original von „Hostile To Me“ legen und dabei so gar nicht feindselig wirken; Die mehrstimmigen Gesänge unterstreichen Keigo Oyamadas Mut zu fast schon himmlischen Sphären – etwas was Lali Puna selbst sich so nie trauen würden. War die letzte LP „Our Inventions“ auch Kritik an zwanghaftem Fortschrittsglauben und allgemeinem Wachstumswahn, ist es nur konsequent, die spärlichen Textzeilen wie „destroy this place“ in zurückgenommener, also zu Ende gedachter Minuskelversion zu präsentieren, ganz ruhig fiepend, wenngleich noch intakt; die in „leave your signs on the wall“ erbetenen Spuren sind hier nicht mehr greifbar, eher wie aufflackernde Lichter im Dunkel der Menschheitsgeschichte.
Dunkel wird es in Los Angeles nur in den Hügeln, wo Will Wiesenfeld aka Baths lebt. Will ist so ein kuscheliger Kotlettenbär, dazu ein Buddy von Daedelus, dass man ihm einen Song wie „Move On“ einfach anvertrauen muss, und sei es nur, damit er daraus etwas macht, das den viel zu oft so zähen Verkehr der Pazifikmetropole voranschiebt – „move on“ –, voran, rauschend, flirrend, das Brain fütternd, etwas verspult in der Spur. Dabei ist Baths so oder so eine nahe liegende Wahl, immerhin ist er auf anticon. beheimatet, und die Achse anticon.-Bayern (Weilheim), a. nach B., gehört bekanntermaßen schon seit bald einem Jahrzehnt zu den stabilsten bilateralen Verbindungen der Labelwelt.
Abschließend, ähnlich gelagert, noch Odd Nosdam, zuletzt mit Saroos unter einer Decke, der sich mit „Safe Tomorrow“ ebenfalls in rauschende Weiten begibt, den Innendruck des Tracks etwas erhöht, als ob kurz der alte Madson in ihm durchgegangen wäre, er sich dann aber an Trebeljahrs Worte hält, „try to make it home by night“. Eine ruhige, gedankenvolle und doch aufwühlende Nacht, als 10“-Vinyl sicher aufgehoben in einem Format, das mehr und mehr gemacht zu sein scheint für wirklich prägnante musikalische Statements.

Lali Puna: Silver Light

I've Been Over The Rainbow Lali Puna 3'55''
Hostile To Me (Cornelius Remix) Lali Puna 3'47''
Move On (Bath Remix) Lali Puna 4'18''
Safe Tomorrow (Odd Nosdam Remix) Lali Puna 6'32''

Auch schön:

Lali Puna I Thought I Was Over That Morr Music
2LP: 15,99 €
2CD: 5,00 € 9,99 €
incl. instant DL
Donna Regina More Karaoke Kalk
CD: 3,50 € 13,99 €
Donna Regina Slow Killer Karaoke Kalk
LP: 10,49 € 13,99 €
CD: 3,25 € 12,99 €
Donna Regina Late Karaoke Kalk
LP: 7,00 € 13,99 €
CD: 2,50 € 9,99 €