März

Wir Sind Hier

Karaoke Kalk kalk cd-29
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Wir Sind Hier ist nach ihrem Debüt Love Streams vom vorletzten Jahr das zweite Album von MÄRZ auf Karaoke Kalk.
Elf neue Songs von Albrecht Kunze und Ekkehard Ehlers sind auf dem Album versammelt, von denen man zwei schon auf ihrer limitierten 10" The River / Blaue Fäden im Juni treffen konnte. Dieses neue Album zu beschreiben wurde mir zur Aufgabe gemacht, und ich wähle bewußt und zum ersten Mal die Ich-Perspektive in einem Infotext, da ich mich durch das Wir im Titel direkt und persönlich angesprochen fühle. Denn ein Wir schließt immer auch ein Ich mit ein.
Natürlich schreibt man, wenn man über Musik schreibt, auch über sich selbst. Musik ist etwas Persönliches, für ihre Produzenten, wie auch für ihre Hörerschaft, denn sie kann helfen, sich im Jetzt zu positionieren, und immer werden dabei Empfindungen frei, die nicht unbedingt in der Musik immanent sein müssen (und abhängig sein können von unserer jeweiligen Stimmung und dem Ort, an dem wir gerade stehen).
Die Darstellung der Welt, wie die Welt selbst, sind ein Werk der Menschen; sie beschreiben sie aus ihrem Blickwinkel, den sie mit der absoluten Wahrheit verwechseln, schrieb Simone de Beauvoir in Das andere Geschlecht. Wenngleich Zusammenhang und Kontext natürlich anders waren, so lässt sich dieser Gedanke doch auf das Sprechen über Musik übertragen, und erweist sich als hilfreich, betrachtet man das zentrale Thema, die zentrale Aussage des neuen Albums von MÄRZ: Wir Sind Hier.
Es geht um Positionierung, also um die Frage, wo du / ich / wir stehen, jetzt und in diesem Moment, und MÄRZ beschreiben in ihren Stücken das Hier aus ihrem eigenen, persönlichen Blickwinkel. Es scheint der Blick aus einem Park heraus zu sein - zumindest legen das Titel wie März Im Park und Oktober Im Park nahe -, doch bleibt offen, ob das abgezirkelte Gebiet eines Parks, mit seinen begrenzten Freiräumen, die gleichzeitig einschließen und ausgrenzen, ein Ort der Entspannung, der (trügerischen) Sicherheit oder der Ruhigstellung ist. Denkbare und undenkbare Orte schieben sich übereinander, und zurück bleibt, ein Gefühl der Unsicherheit, ob man hier sein möchte oder nicht.
MÄRZ scheinen die Spannungen unklarer Positionen zu schätzen, oder: aushalten zu wollen, denn wie ein Gegenentwurf zu dieser Unsicherheit bauen sie auf Wir Sind Hier an ihre einladenden und verführerischen Landschaften aus Folk, Pop und Club weiter: expliziter, verschwenderischer, differenzierter - aber auch: mit mehr Mut zum Risiko als auf Love Streams, und nur ein Narr, möchte hier nicht verweilen. Verweilen in ihrer Welt zwischen Song und Track, Gitarren und Glocken, Banjos und Bassdrums, Hunden und Hawaigitarren, Plugins und Posaunen...
Eine musikalische Welt jedoch, die versucht, selbst kein Park zu sein, also: abgetrenntes, abgeschlossenes Gebiet - jedoch um die Gefahr der Umzäunung und Inbesitznahme weiß, weswegen MÄRZ die Grenzen offen halten, musikalisch und textlich, und es Platz genug gibt, sowohl für ihre typischen Hymnen wie Biber & Enten (die zudem das Arsenal ihrer sonderbaren und selbstgemachten Sounds beträchtlich vergrößert), für Improvisationen, und Songs, in denen es heißt: was uns verändert / holt uns am Ende ein / was uns verändert / könnte ein Anfang sein.
Songs, die mit aller Selbstverständlichkeit von großem Pop immer wieder nach Positionen fragen, sich selbst und damit auch mich. Die um die Fragen der Position, des Ortes, und der Beschaffenheit dieses Ortes kreisen, beständig kreisen, und damit: mich um- und einkreisen - so lange bis irgendwann (und beinahe automatisch) ihre Frage die meine ist: wo bin ich - hier?
Wir Sind Hier ist eine Platte, die mit mir spricht. Auch, weil sie im Vergleich zum Vorgängeralbum deutlich songorientierter ist, was einfach dazu verleitet, noch mehr hinzuhören (was da eigentlich gesungen wird), und auch: weil dieses Wir Sind Hier, - das sich so sicher zu sein scheint, dass es glaubt, seinen Ort nicht benennen zu müssen - sich im Verlauf der Platte beständig selber in Frage stellt.
Die mit mir spricht - nicht schlaubergerisch oder besser wissend, sondern einladend.
Die mit mir um sich, dich, mich und uns kreist, und der Frage, wo wir eigentlich stehen, und die einzige Vorgabe ist, bei diesem (gedanklichen) Kreisen niemals wieder dort anzugelangen, von wo man ausgegangen ist.
Das Schöne an Wir Sind Hier und jedem einzelnen Stück ist dabei, dass ich dieses Kreisen nicht als Zwang empfinde, sondern als Möglichkeit, den eigenen Blickwinkel zu überprüfen, um daraus meine ganz eigene Sicht, oder vielleicht sogar persönliche Wahrheit formulieren zu können.
Eine Wahrheit, die es aushalten kann, sich den eigenen Fragen nach sich selbst zu stellen.
Fee Magdanz

März: Wir Sind Hier

Forever Never März 4'20''
Maerz Im Park März 3'31''
The River März 5'13''
Tropige Trauben März 4'20''
Blaue Fäden März 6'40''
Some Things Do Fall März 3'18''
Biber & Enten (Plattler) März 5'00''
Welt Am Draht März 3'38''
Oktober Im Park März 4'44''
The Pop Song März 4'36''
Wir Sind Hier März 4'05''
Toro Y Moi Anything In Return Carpark
2LP: 17,99 €
CD: 2,50 € 9,99 €
Roman Roman Karaoke Kalk
LP: 3,50 € 13,99 €
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A-Symmetry I Am Life AGF Producktion
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Orcas Yearling Morr Music
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Tickley Feather Tickley Feather Paw Tracks
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