Masha Qrella

Unsolved Remained

Morr Music morr 052-cd
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Nach ihrem Debüt Luck veröffentlicht Masha Qrella mit Unsolved Remained nun ihr zweites Soloalbum. Und während ihre erste Platte noch eine im geheimen ausgeheckte Überraschung war (die für viele bald zu einer der erfreulichsten und wichtigsten Indie-Neuerscheinung der Saison wurde), dürfte dieses mal der ein oder andere Freund ihrer Musik schon erwartend den Atem angehalten haben.
Masha selbst hatte in dieser Zeit zwischen Luck und Unsolved Remained viel vor: Schon als Luck erschien stellte Masha eine unverzichtbare Präsenz, Haltung und einen distinktiven Sound innerhalb der Berliner Musikszene dar, als Gitarristin/Bassistin der melancholischen Instrumentalband Contriva, und Keyboarderin der ebenso wortlosen aber etwas aufgedrehteren Band Mina. Inzwischen hat sie NMFarner, eine weitere Band mitbegründet und war an zwei weiteren Veröffentlichungen beteiligt, der Contriva Platte If you had stayed und Die Stadt von NMFarner. Sie spielte eine Menge Konzerte, solo und mit ihren Bands und ging mehrfach auf Tour (unter anderem als Support für Sonic Youth, Blumfeld und Calexico). Sie hatte also einiges um die Ohren.
Und irgendwie zwischendrin, im Proberaum, zuhause zwischen den Touren, beim Soundcheck, beim Remixen, nach Konzerten, komponierte, schrieb und frickelte Masha an ihrem Soloprojekt, dem intensiven, rauen, verspielten, warmen und in Momenten sogar bitteren Unsolved Remained, das nach Luck einige Schritte weiter geht in dem souveränen Umgang mit der Abbildung des Persönlichen.
Denn im Vergleich zu ihren anderen Projekten geht es Masha in ihrem Soloprojekt vor allen Dingen darum, genau den Aspekt ihres musikalischen Outputs zu verstärken, der nicht der Dynamik des Zusammen entspringt (was bei ihren anderen Projekten unverzichtbar ist), sondern der ein Gefühl von Persönlichem hörbar macht. Hier werden Erinnerungen, Wünsche, Enttäuschungen, Freuden und Reue in Songs übersetzt, die manchmal konkret genug sind, um intersubjektiv nachvollziehbar zu werden, oft aber auch poetisch so weit ins Private der singenden Stimme deuten, dass sie sich nur intuitiv mitfühlen lassen. Ein Dialog entsteht: Zwischen Masha und dem/der ZuhörerIn, zwischen dem "I" und dem "you" ihrer Texte, zwischen ihren gedoppelten Stimmen auf den beiden Polen des Stereospektrums. Und die Frage, wie weit die Person der Songwriterin in die Songs hineinreicht, sie sich in ihnen verbirgt.
Was erst beim genauen Anhören von Unsoled Remained auffällt, ist, wie unangestrengt hier Aufmerksamkeit gegenüber kleinsten Sounddetails mit einem Gefühl für die emotionale Wirkung der Songs verbunden wird. Natürlich, diese Wirkung entsteht gerade durch die liebevolle Produktion, durch die komplex auskomponierten/programmierten Rhythmen, die manchmal bewusst grobe, meist subtile Nutzung von Effekten, Sounds, Räumen und akzentuiert eingesetzten Gitarren von Akustik bis Noise. Trotzdem, der Song bleibt wichtiger als die vordergründige Demonstration (reichlich vorhandener) produktionstechnischer Skills. Und auch elektronisch und akustisch sind keine entgegengesetzten Pole die unter einen Hut gebracht werden müssten, sie sind gleichbedeutende Mittel des Ausdrucks. Unsolved Remained ist sophisticated im positivsten und experimentellsten Sinne des Wortes.
Und weil für Masha "solo" einen sonischen Raum beschreibt, der kein zu verteidigendes Territorium sein muss, bezieht sie die Ideen verschiedener anderer Musiker mit ein: Neben Norman Nitzsche (Mashas petit copain, Kompagnon in den Bands Mina und NMFarner und Mitbetreiber des Studios Villa Kurella), der auf Unsolved Remained erheblich für Aufnahme und Produktion mitverantwortlich ist, hat Masha auch musikalisch anderen Stimmen Raum gelassen. So entstammt beispielsweise der schnalzende Rhytmustrack auf Vertical Destination dem Berliner sound/visual-Kollektiv Rechenzentrum. Ganz ähnlich das verunsichert nach neuer Orientierung suchende I can`t tell, dessen lakonisch verschleppter Backingtrack im Labor des Schweden Henrik Johansson entstand. Und schließlich findet sich in dem viereinhalb minütigen C.Bones ein Sample von ISO 68 wieder, welches respektvoll in die Logik von Qrellas Songwriting integriert wurde
Unsolved Remained, individuell und eigensinnig, formuliert Masha Qrellas Soundwelt weiter, vielschichtiger, wärmer und selbstsicherer als der Vorgänger, mit einer Produktion, die diesen 11 Songs einer der interessantesten Songwriterinnen ihres Genres gebührende Dichte verleiht.

Masha Qrella: Unsolved Remained

2LP
CD
Unsolved Remained Masha Qrella 5'22''
Last Night Masha Qrella 4'49''
Sister, Welcome Masha Qrella 3'03''
I Can´t Tell Masha Qrella 4'26''
C.Bones Masha Qrella 4'20''
No Matter Masha Qrella 5'04''
Feels Like Masha Qrella 3'24''
Everything Shows Masha Qrella 3'50''
Guided By The Stripes Masha Qrella 2'09''
My Day Masha Qrella 4'52''
Destination Vertical Masha Qrella 5'57''
I Can´t Tell (Henrik Johannson Remix) Masha Qrella 4'00''
My Day (Bus Remix) Masha Qrella 4'18''
Unsolved Remained Masha Qrella 5'22''
Last Night Masha Qrella 4'49''
Sister, Welcome Masha Qrella 3'03''
I Can´t Tell Masha Qrella 4'26''
C.Bones Masha Qrella 4'20''
No Matter Masha Qrella 5'04''
Feels Like Masha Qrella 3'24''
Everything Shows Masha Qrella 3'50''
Destination Vertical Masha Qrella 5'57''
Guided By The Stripes Masha Qrella 2'09''
My Day Masha Qrella 4'52''
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