• LP : Incl. Printed Inner Sleeve, only black vinyl left!
Incl. Instant Download
Preise inkl. 19 % USt, exkl. Versandkosten.
Sendungen außerhalb EU sind 15,96% günstiger.
Etwas bahnt sich an im Halbdunkel, schimmert schon leicht am Horizont, taucht schließlich auf: "I will depart/I see, I will, I won't go far", singt Stefanie Böhm (Couch) auf "Sirens", einem von zehn Songs, mit denen sich Ms. John Soda nach mehrjähriger Pause wieder zurückmelden – und tatsächlich klingt diese Rückkehr recht häufig nach erneutem Aufbruch, nach abermaligem Abschied, nach Umarmung und Abfahrt ins Tal, wo das Leben auf einen wartet.

Viel ist passiert, seit 1998 die erste 7" von Ms. John Soda bei Hausmusik erschienen ist, seit Micha Acher (The Notwist, Tied & Tickled Trio, Alien Ensemble) zur Jahrtausendwende den Kern dieser Band komplettiert hat; die Lebensrealitäten sind heute, 16 Jahre später und halb so viele Jahre seit dem letzten Album "Notes and the Like", gewiss recht andere, aber die Chemie, die elektronischen wie analogen Klangmoleküle, die diesen Kern umkreisen – und letztlich auch die daraus resultierende Grundstimmung – sind immer noch ähnlich, immer noch Ms. John Soda: Ganz gleich, ob es sich nun um den dichten Aufbruch-Sound von "Hero Whales" handelt, bei dem unzählige Spuren in eine Richtung drängen, oder das motorische Treiben von "Sirens", das immer mehr Druck und flirrend-fiependen Wahnsinn ablassende (und dabei so sanft wirkende) "Millions", das sich kontinuierlich (à la Trish Keenan & Co.) windende Laterna-Magica-Gerüst von "Name It" oder eben die ins Nichts der Morgendämmerung fliegenden, stetig an Höhe verlierenden Origami-Teppiche des Openers "In My Arms" – sie alle speisen sich aus einer gewissen Spannung, einer ganz eigenen Stimmung, einer Art von Melancholie, die sich immer wieder selbst in Frage stellt, auszubrechen versucht und neue Ventile sucht.

Der Titel "Loom", den Ms. John Soda für ihr drittes Album gewählt haben, steht einerseits für dieses Auftauchen, dieses Heraufziehen, dieses Anbahnen; zugleich lässt sich das Wort aber auch mit "Webstuhl" übersetzen, was für die zweiköpfige Weilheim-Connection genauso zutreffend ist: Es gehe um "das Verweben verschiedenster Dinge, Einflüsse, Ideen, Instrumente, Melodien, Rhythmen und Spuren zu einem Ganzen", so die Sängerin, deren Stimme die Stücke überspannt wie dicke, verlässliche Taue, an denen die Gischt samt Meeresleuchten entlangrinnt. "Das Verweben einzelner Personen zu einer großen Gruppe ('Millions'), das Verweben alter Ideale und Hoffnungen mit der Realität ('The Light'), das Verweben von 'Hi' und 'Bye', Anfang und Ende ('Hi Fool'), das Verweben von Widersprüchen und Gegensätzen, zum Beispiel dem Treiben und dem Getrieben-Werden ('In My Arms')." Und während dieses Weben, wie das Leben auch mal aus dem Ruder laufen kann, "man den Überblick verliert, es aber doch irgendwie weitergeht ('Name It')", durchzieht viele dieser Songs – "Hero Whales", das wogende "Sodawaltz", "Fall Away" – das leuchtende Schimmern von etwas noch nicht Greifbarem: "Ahnungen, Hoffnungen, Träume, Wünsche, Verbundenheit, Entfernung, Verlockungen..."

Während Live-Neuzugang Joasihno aka Cico Beck (Schlagzeug, Electronics), sonst bei Aloa Input aktiv, und Schlagzeuger Thomas Geltinger wiederholt an den mit Oliver Zülch in Weilheim aufgenommenen Tracks mitgewirkt haben, zählten auch Karl-Ivar Refseth (Percussion) und Matthias Götz (Posaune) zu den Gästen, die diesen Webstuhl mit immer neuen Fäden gefüttert haben, bis der epische Piano-Schlusspunkt "Fall Away" seine letzten Schlieren am Horizont ausbreitet: "find your way/take the dry suit off/for a night". Zeit zum Ausruhen, Durchatmen. Oder ist das vielleicht doch schon der nächste Morgen, der sich da abzeichnet?

Ms. John Soda: Loom

In My Arms Ms. John Soda 3'11''
Hero Whales Ms. John Soda 3'30''
Millions Ms. John Soda 4'25''
The Light Ms. John Soda 3'31''
Sodawaltz Ms. John Soda 2'44''
Hi Fool Ms. John Soda 4'27''
Sirens Ms. John Soda 3'13''
Name It Ms. John Soda 3'27''
Oh Seven Ms. John Soda 3'58''
Fall Away Ms. John Soda 2'58''
Cleared Breaking Day Immune Recordings
LP: 17,99 €
incl. instant DL
Antonelli The Blackout Quintet Italic
LP: 10,49 € 13,99 €
CD: 7,00 € 13,99 €
The National Jazz Trio Of Scotland Standards Vol. III Karaoke Kalk
LP: 11,24 € 14,99 €
CD: 7,00 € 13,99 €
incl. instant DL
Saroos Return Alien Transistor
LP: 7,50 € 14,99 €
CD: 5,00 € 9,99 €
incl. instant DL