Neoangin

Say Hi To Your Neighborhood

Neoangin Neo04
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Wie lässt sich Neoangin musikalisch einordnen? Musikideologisches
Abgrenzen ist Avignons Sache nicht. Er sieht sich eher als
passionierter Chronist und Mitgestalter einer sich permanent
erneuernden Popkultur. Aus Bubblegum-Singalongs, DIY-Disco,
verspielter Elektronik, obskuren New Wave Sounds, wundersamsten
Keyboardmelodien und kratzenden Gitarren, collagiert Avignon
hinreissende Pop-Perlen, ohne dabei jemals seinen Lo-Fi Charme
aufzugeben. Die zugänglichen Melodien und Harmonien machen sie
zu unwiderstehlichen Ohrwürmern. Hätte Jim Avignon vor ein paar
Jahren beschlossen, statt in Berlin und New York einen
Hauptwohnsitz in London einzurichten, er würde heute vielleicht am
aktuellen Hype um "Wonky Pop" mitnaschen.
„Say Hi To Your Neighborhood“ ist bereits das neunte Neoangin-
Album, doch aus den Pop-Minitaturen der Vorgängeralben sind nun
richtige kleine Pop-Hymnen geworden. Die Songs erzählen kleine und
grosse Dramen, sind Kurzmitteilungen aus der “Middle Class Hell”.
“Avignon vertont die gleichnamige Novelle Melvilles über den
Kommunikationsverweigerer Bartleby, in “No More Egotrippin” wird
den Karrieristen die Freundschaft gekündigt, und “Big Bailout
Burlesque” beschreibt das komis–che Potential der letzten
Weltwirtschaftskrise.
Das Album wurde von Chris Imler produziert, und von Norman
Nitzsche (der zuletzt bei The Witest Boy Alive an den Reglern sass)
in Masha Qrella´s Villa Kurella in Berlin aufgenommen und gemischt.
Jens Friebe steuerte eine Gitarre bei, Produzent Imler spielte diverse
Liveschlagzeuge ein und auf „Small Talk World“ gibt’s ein wunderbare
Duett mit Kim Boekbinder. Zu den vertrauten Keyboardsounds und
Jims unverwechselbarer Stimme markieren ein auf Ebay ersteigertes
Omnichord aus den frühen 70ern und ein auf dem russischen
Schwarzmarkt erstandener Kaossilator die klanglichen Gegenpole
dieser Produktion.
Cover und Booklet sind, wie bei Neoangin nicht anders zu erwarten,
aufwendig und charmant gestaltet. Animationslegende Alex
Budovsky, der zuletzt den Preis für das beste Animationsvideo beim
Sundance Festival mitnehmen durfte, hat Jims Figuren im Video zu
“Middle Class Hell” auf kongeniale Weise zum Leben erweckt. Für das
Video zu “Melancholy Pays My Rent”. hat sich Jim zusammen mit
Kollege Jon Burgerman (mit dem er das Performanceduo Anxieteam
gründete) ins renommierte Waldorf Astoria Hotel eingeschmuggelt
und dort heimlich eine Kissenschlacht gefilmt.

Neoangin: Say Hi To Your Neighborhood

Hopeless Bone Neoangin 2'29''
La Boum Neoangin 2'55''
Middle Class Hell Neoangin 2'58''
Bartleby Neoangin 2'51''
No More Egotrippin Neoangin 2'57''
Time Don’t Move Neoangin 2'23''
The Underdog Neoangin 3'22''
The Familytree Neoangin 1'27''
Smalltalkworld Neoangin 3'26''
Melancholy Pays My Rent Neoangin 2'06''
Nature Gives Up Neoangin 2'24''
Bailout Burlesque Neoangin 2'50''
The Only One I Know Neoangin 2'35''
Everybody Has A Life To Lose Neoangin 3'52''
One Last Kiss Neoangin 2'33''

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