Pascal Pinon

Pascal Pinon

Morr Music morr 101-cd
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„Der größte Fehler, den die Jugend von heute hat, ist der, dass man nicht mehr zu ihr gehört“, soll Herr Dalí einst gesagt haben. Doch selbst wer sich nicht dem Jugendlichkeitswahn verschrieben hat, kommt in diesem Fall nicht um das Alter herum: Auf „Pascal Pinon“, dem gleichnamigen Debütalbum dieser isländischen Bande von Teenage-Mädels, springt einen die Tatsache, dass man es hier mit einem Haufen gerade mal 16-Jähriger zu tun hat, viel zu unverhohlen an, um sie einfach als zusätzlichen „Cute-Faktor“ abzutun. Dabei ist der Sound, den die Zwillingsschwestern Jófrídur und Ásthildur zusammen mit ihren Freundinnen Halla und Kristín präsentieren, das definitiv auch: „cute“. Zuckersüß und dampfend wie die Muffins, die sie zu ihrem ersten Konzert, dem „Friendly Gig“, wie sie ihn nannten, gereicht haben. Seltsam nur, dass es scheinbar bereits erste Beschwerden darüber gab, dass sie auf der Bühne nicht genügend lächeln. Vielleicht doch nicht nur „cute“?
Dass sich Pascal Pinon mit ihrem Bandnamen auf einen seit gut 80 Jahren verstorbenen, zweiköpfigen Freakshow-Star aus der Ära der Tingeltangel-Kuriositätenkabinetts beziehen (wobei der zweite Kopf „nur“ ein mit Wachs ummodellierter Tumor war), mag zwar gerade im Hinblick auf den Zwillingsschwesternbonus eher ein weibliches Update zu Our Brother The Native oder ganz allgemein recht gestörten DIY-Wahnsinn erwarten lassen. Dabei konzentrieren sich diese heranwachsenden Damen auf ganz andere und viel harmonischere Seiten des Daseins: Wie der Romantiker Thoreau in seinem „Walden“ besingt Songwriterin Jófrídur die Schönheit der Natur über den drei Akkorden des Eröffnungsstücks, übersetzt „Under Clear Sky“, das sie schon im zarten Alter von 13 als Gedicht verfasste. Anderswo verneigen sich die vier Mädels mit den Kassengestellbrillen vor ihrem Landsmann Davíd Stefánsson (1895-1964), einem Neuromantiker, vertonen gewöhnliche (Harry Potter in „Djöflasnaran“) und ungewöhnliche Einflüsse („dünne Wände“, „Schüchternheit“), wählen abwechselnd Englisch oder ihre Muttersprache und pfeifen – das ist schon eher teenagertypisch – dabei durchweg auf die neueste Technik: Das eigene Schlafzimmer, ein paar simple Gitarren, Flöten, das gute alte Glockenspiel reichen vollkommen aus, wie auch das eine Mikro, das in der Mitte des Zimmers stand, als sie ihre zerbrechlichen DIY-Kleinode auf Tape bannten. Hauptsache, der wunderschönen Mehrstimmigkeit genügend Raum lassen (siehe „Moi“).
Die unvermeidlichen Limitierungen der Adoleszenz (fehlendes Taschengeld für bessere Mikros; fehlende Lebenserfahrung) verwandeln sie dabei immer wieder in süßliche Pluspunkte und verpassen ihren unbedingt kurzen und bündigen Tracks weder den zu glatten Anstrich von billiger Geysirromantik, noch irgendeine aufgesetzte Teenie-„Edge“, die es per Twitter mit Justin Bieber aufnehmen will oder auf möglichst viele hyperreale „Likes“ abzielt. Stattdessen kreieren Pascal Pinon vor allem eines: Nähe. Die kürzestmögliche Distanz zwischen der eigenen Gefühlswelt (typisch Teenager) und den Adressaten ihrer märchenhaften Momentaufnahmen. Zwei Köpfe, ein Kopfhörer, ein Gedanke. Auf ihrer MySpace-Seite steht unter „Klingt wie“ nicht ohne Grund „a whisper in your ear“.
Ob man das nun Nude-Folk, Lo-Fi-Heile-Welt-Folk, New Romanticism oder Neue Schüchternheit nennen soll, tut dabei eigentlich nichts zur Sache. Was hingegen zählt ist vielmehr, dass Pascal Pinon jetzt erst richtig loslegen: Während ihr zunächst in Eigenregie veröffentlichtes Debüt, das den vier Bandmitgliedern bereits im Alter von 15 Jahren eine Nominierung als Newcomer des Jahres bei den Icelandic Music Awards beschert hat, nun noch einmal auf Morr Music erscheint – der Plattenvertrag dafür musste erstmals in der Geschichte des Labels mit den Eltern abgeschlossen werden –, arbeiten die vier zwischen den Hausaufgaben momentan an ihrem zweiten Album und lernen dafür fleißig neue Instrumente. Das alles klingt dermaßen gut, dass das mit dem „it’s all terrible shit“ aus der „I Wrote A Song“-Single wirklich nur geflunkert sein kann.

Pascal Pinon: Pascal Pinon

Undir Heiðum Himni Pascal Pinon 1'45''
Árstíðir Pascal Pinon 3'26''
Baldursbrár Pascal Pinon 2'01''
Ósonlagið Pascal Pinon 2'19''
Djöflasnaran Pascal Pinon 2'45''
I Wrote A Song Pascal Pinon 2'23''
New Beginning Pascal Pinon 1'55''
Moi Pascal Pinon 4'19''
Sandur Pascal Pinon 3'03''
Kertið Og Húsið Brann Pascal Pinon 3'03''
En Þú varst Ævintyri Pascal Pinon 2'26''
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