Pascal Pinon

Twosomeness

Morr Music morr 121-cd
Incl. Instant Download
Preise inkl. 19 % USt, exkl. Versandkosten.
Sendungen außerhalb EU sind 15,96% günstiger.
CD Digipak Version enthält ein Mini-Poster, LP Vinyl Version kommt im Deluxe-Cover und mit bedruckten Innenhüllen & freiem Download des Albums!
Auf dem Tumblr von Pascal Pinon gibt es auch ein Bild von den beiden Zwillingsschwestern Jófrídur und Ásthildur, wie sie breit grinsend über einem Yamaha-Keyboard hängen, anno 1999: Noch längst keine Teenager, aber ganz klar schon dabei, auch musikalisch jene besondere Chemie zu entwickeln, die so wohl nur zwischen Geschwistern entstehen kann. Man versteht sich blind. Weiß alles über den anderen. Bei Zwillingen sowieso. Und das Keyboard benutzt man heute noch, na klar.
Alles Dinge, die Pascal Pinon ganz offensichtlich zugute kommen auf ihrem zweiten Album Twosomeness, denn sie klingen, der großen Herausforderung namens „Album Nummer zwei“ zum Trotz, mutiger, reifer, fokussierter und vielseitiger zugleich: „I don’t need anything/I just make something beautiful“, so eine Zeile aus „Therney“, auf Englisch, wie jetzt noch öfter als zuvor, und bis auf das eigene Schlafzimmer-Homestudio, ausgerüstet mit Keksen und Tee und Keyboards und Gitarren und so, brauchen sie tatsächlich nichts, um ein Gefühl von Heimkehr zu kreieren – eine Zielgerade, wie ein Filmabspann, und alles ist gut oder wird gut, irgendwie.
Dabei geht das Album da ja erst so richtig los: Eine Japan-Tour später, genügen manchmal schon wenige Momente („Mini“), es muss also nicht immer das 3-Minuten-Format sein. Während der Beat des Opening-Tracks „Ekki Vanmeta“ wie das isländische Pendant einer Blockparty klingt (wahrscheinlich wieder eher mit dampfenden Muffins statt BBQ, wie bei jenem „Friendly Gig“, ihrem ersten Konzert vor ein paar Jahren), erinnert ihr „Clarinet Song“ sogar an jene verwunschenen Holzblas-Windungen eines Gavin Bryars, denen sich Jófrídur immer wieder annähert, um dann noch mehr daraus zu machen. „It’s easy to become attached“, das stimmt hier unbedingt sogar.
Waren Pascal Pinon auf ihrem gleichnamigen Debütalbum noch ein vierköpfiges Wesen – und das, obwohl ihr Name natürlich vermuten lässt, dass die Zwillinge immer den Kern der Band bilden müssen: Pasqual Pinon, so geschrieben und vor rund 100 Jahren auf dieser Erde unterwegs, hatte seine beiden Köpfe in der Freakshow-Ära gewinnbringend zur Schau gestellt –, sind es nun in der Regel allein die Schwestern Jófrídur und Ásthildur, die das Heft in der Hand haben. Nur gelegentlich, z.B. auf der Bühne, gesellen sich Freundin Kristín und Live-Neuzugang Sylvía dazu, um mit ihnen das Erwachsenwerden in Island zu vertonen – mit all seinen Wundern, den „Good and Bad Things“, und frei von McDonald’s, Zügen oder Starbucks, die es noch nicht bis in diese Ecke der Welt geschafft haben.
Dass sie dieses Mal mehr als ein Mikrofon benutzen konnten, schmälert nichts an dem typisch isländischen DIY-Charme, der auch auf dem zweiten Album alles dominiert und mit einem zarten Glanz überzieht. Mit einem Bein im Erwachsenenleben angekommen, klingen Pascal Pinon nun noch mehr wie eins, eine Einheit, ein Wesen. Während die beiden Köpfe der Band über sich hinauswachsen, machen sie ihrem tragischen Namensgeber, dem Two-Headed Mexican, schon deshalb erneut alle Ehre.

Pascal Pinon: Twosomeness

Ekki Vanmeta Pascal Pinon 3'16''
Þerney (One Thing) Pascal Pinon 3'37''
Somewhere Pascal Pinon 3'10''
Evgeny Kissin Pascal Pinon 3'14''
When I Can't Sleep Pascal Pinon 3'41''
Annar Logi Pascal Pinon 47''
Kertið Pascal Pinon 2'51''
Sumarmál Pascal Pinon 3'43''
Bloom Pascal Pinon 3'54''
Fernando Pascal Pinon 3'16''
Good And Bad Things Pascal Pinon 2'28''
Rifrildi Pascal Pinon 3'09''