Raz Ohara

Moksha

Albumlabel ALB001 CD
Incl. Instant Download
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Zu den tollsten Geschichten über Raz Ohara zählt die, wie es zur Veröffentlichung seines Debut Albums gekommen ist. Im Jahr 1999, dem Jahr, im dem Realtime Voyeur erschien, war Raz Ohara gerade mal 24 Jahre alt und neu in Berlin. Er ist also ins Kitty Yo Büro spaziert und hat dort seine Demo CD hinterlegt. Er wollte sie später wieder abholen, mehr Kopien hatte er nämlich nicht. Als er dies dann tat, fand er die Labelbosse wie vom Donner gerührt und der Plattendeal war beschlossene Sache. Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis solch eine Geschichte zur Legende geworden ist.Raz Ohara hat seine organischen, Dub-infizierten Produktionen hat er stets weiter verfeinert. Nun aber legt er ein Album vor, mit dem er sich selbst einen Meilenstein setzt. Denn Raz Ohara ist ein Mann mit Geschichte. Einer Geschichte, die auch mit Techno und Popmusik zu tun hat. Vor diesem Hintergrund und mit all dem Wissen und Können, das sich über die Jahre angesammelt hat, entwickelt Ohara auf Moksha seine musikalischen Visionen. Seine Auswahl an Bezügen und Querverweisen ist klug, sein Gespür für Stimmungen ist absolut sicher. Dub ist hier nur ein Schätzwert. Auf Moksha hören wir Soul, der aber nie herausposaunt, sondern stets bloß angedeutet wird. Ein Soul, der wie ein Echo seiner selbst klingt und so in einer der vielen rauschenden und schleppenden Echokammern des Ohara-Dub geboren zu sein scheint. Jeder Track ist wie eine eigene Welt. Mit seinen dichten und dennoch transparenten Arrangements erzeugt Ohara Klanggewölbe von enormer Räumlichkeit. Seine Musik ist in jeder Sekunde geheimnis- und seelenvoll. Alles scheint hier auseinander zu laufen und findet doch auf magische Weise wieder zu einander.
Auf Mokha stimmt nichts und alles. Mit stolpernden, stotternden und meist abstrakten, flüchtigen Arrangements verwirrt er seine Hörer so lange, bis eine einzelne gesungene Note jedem der herumschwirrenden Klänge seinen Platz zuweist. Die Perkussion führt ein Eigenleben; kaum ein Schlag scheint dort zu sitzen, wo er sein sollte. Ein Mirakel ist es, wie dennoch alles Groove entwickelt. Warme Flächen und harsche Klänge wehen heran, schwellen an und wieder ab. Harmonien ergeben sich scheinbar zufällig. Die Tracks fließen ineinander, sind miteinander verwoben. Man versinkt gleichsam in lebendigen, atmenden Wolken aus Klang. Ohara hat die Stücke allesamt im Alleingang eingespielt und produziert. Dabei legte er viel Wert darauf, Klänge in Handarbeit aufzunehmen, um dann wiederum den ganz eigenen Sound zu verfremden oder zu samplen. So enstand ein individueller Sound, der die Grenzen von Elektronik und akustisch aufgenommenen Klängen vollkommen verschwimmen lässt.
Der erste greifbare Rhythmus, überschaubar und funky, schält sich in der einzigen Coverversion auf diesem Album heraus, in True Love will find you in the end von Daniel Johnston. Perkussion-Sounds auf diesem Album sind fast durchweg akustischer Natur, der Beat zu True love… jedoch wurde per Drumcomputer generiert. Dazu singt Ohara überraschend klare Liebesversprechen zu ganz eindeutiger harmonischer Grundierung. Wir glauben ihm jedes Wort. Ein zutiefst anrührender Moment.
Dann ist da Two Young Mates mit seinen weichen Gitarrenwänden, die an Post-Grunge-Bands wie Ride oder Lush oder auch an Pluramon erinnern. Wunderbar, wie sich die wall of sound zu einem steten Puls aufbaut; beglückend, wie Ohara schließlich seinen Text mehr ruft als singt, als stünde er an der Steilküste und würde aufs Meer hinaus rufen. Dabei bleibt das Stück indirekt und wattig und da ist es wieder, das Echo seiner selbst.
Es folgt eine abstrakte Collage aus flatterndem Klarinettenspiel, afrikanischen Perkussionklängen und Fetzen vom Synthesizer. Hier wieder: Dub. Wer sich jemals in einer Tropfsteinhöhle verirrt hat, dies ist der Soundtrack dazu. Jedes Klangereignis eröffnet einen höhlenartigen Raum. Dann verwehtes Picking auf der akustischen Gitarre und Oharas zerbrechlicher Gesang. Und in diesem Moment der Schwermut und der Kontemplation werden synthetische, fast schon discoartige Grooves hochgefahren. Schwer zu glauben, aber so entsteht sanfte, herzerwärmende Musik.
Moksha ist die erste Veröffentlichung auf ALBUM LABEL, einer neuen Plattenmarke aus dem Hause Shitkatapult. In einem immer schnelleren und atemloseren Musikmarkt ist die Gründung eines neuen Labels ein trotziges Signal. Album Label besinnt sich ausdrücklich auf die traditionelle Zuständigkeit einer Plattenfirma: Die Veröffentlichung von Alben und die langfristige Arbeit mit deren Autoren.
Ein Anachronismus, wo doch die gesamte Musik-Verwertungskette zunehmend auf einzelne Titel ausgerichtet ist. Streamingdienste, Spotify, Youtube usw. tun ihr übriges dazu. Aber nein, für Veröffentlichungen auf Album Label muss man sich Zeit nehmen. Zum Üben eignet sich ganz hervorragend Moksha von Raz Ohara.

Raz Ohara: Moksha

Sungaze Raz Ohara 7'48''
Little People Raz Ohara 3'39''
True Love Will Find You In The End Raz Ohara 5'52''
Two Young Mates Raz Ohara 4'56''
Beija Flor Raz Ohara 8'30''
Moksha Raz Ohara 5'13''
Light Raz Ohara 7'41''
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LP: 7,50 € 14,99 €
CD: 5,00 € 9,99 €
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