T.Raumschmiere

T.Raumschmiere

Albumlabel ALB007 CD
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Ambient Musik hat einen Zweck zu erfüllen, sie ist Gebrauchsmusik. Mit seiner "music for airports" hat Brian Eno das ein für alle mal deutlich gemacht – der Gebrauchscharakter dieser Musik steckt bereits im Titel. Aber schon viel früher, nämlich 1920, komponierte Erik Satie "Musique d’ameublement", also Musik als Möbel. Damit schuf Satie echte Hintergrundmusik, um dem "Missbrauch" seriöser Konzertmusik als Klangtapete etwas entgegen zu setzen. Seine Möbelmusik sollte unter anderem dazu dienen, peinliche Gesprächspausen bei gesellschaftlichen Ereignissen zu überbrücken. Enos Flughafenmusik wiederum soll sowohl als Hintergrundmusik funktionieren, als auch interessant genug sein, sich darin vertiefen zu können. Folgt man Enos Definition, dann ist die Musik auf dem neuen Album von T.RAUMSCHMIERE kein Ambient. Denn obwohl oder gerade weil jeder einzelne Track auf diesem Album sofort und mühelos Atmosphäre erzeugt, will das Weghören einfach nicht gelingen. T.RAUMSCHMIERE saugt einen hinein in die gefühlte Endlosigkeit seiner pulsierenden Klänge. Obwohl diese Musik eigentlich gar nichts von ihrem Hörer will. Sie ist nicht fordernd, sie klingt auch nicht luftig oder ätherisch. Sie ist ständig in Bewegung und Veränderung begriffen, klingt dabei aber geerdet. Die Tracks sind nicht schwerelos, sie haben Körper.

Ein dunkel klopfender Puls arbeitet sich maschinenhaft durch die anschwellenden Flächen von "Dampfer". Träge leiern sie Synthies auf "Anker". Großartig, wie souverän T.RAUMSCHMIERE auf diese Weise sämtliche Kitsch-Klippen umschifft, die bei solch lieblichen Klangflächen drohen. Still in sich selbst ruht "Grotznogg", durchzogen von Rauschen und verwehtem Klappern und Klirren. "Zwischenstopp" liefert den perfekten Soundtrack für eine Fahrt mit dem U-Boot, inkl. Echolot und unterschwelliger Beklemmung. Der Track "007" ist ein meisterliches Post-Industrial-Stück, warm und schwer und latent bedrohlich. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Es braucht offenbar einen neuen Begriff von Ambient, um sich der Musik auf diesem Album annähern zu können. Einer Musik, die niemals absichtsvoll klingt, gleichzeitig aber so zwingend ist. Was damit zu tun haben mag, dass sich ausgerechnet Shitkatapult-Labelgründer Marco Haas aka T.RAUMSCHMIERE hier verantwortlich zeichnet. Als T.RAUMSCHMIERE hat Haas einen Sound zwischen Bassmusik, Punkrock und Industrial geprägt, für den man am ehesten die Namen seiner Platten sprechen lässt: Monstertruckdriver, Sick Like Me, I Tank U… jeder weiß, wovon hier die Rede ist. Dass sein neues Album schlicht "T.RAUMSCHMIERE" heißt, ist nur folgerichtig. Diese Platte ist eindeutig ein hervorragender Schmierstoff für Träume.

Haas hat den Ruf, bei seinen Livesets keine Gefangenen zu machen. Verzerrte Beats, mörderische Bässe, jagende Abfahrt. Und nun die Kehrseite, das Negativ von dem Sound, mit dem T.RAUMSCHMIERE bekannt geworden ist. Womit wir dem Verständnis dieser magischen Ambientmusik ein Stück näher gekommen sind. Denn der Schatten von T.RAUMSCHMIERE kommt zwar nicht mit massiven Beats und Bässen daher. Aber er ist so groß und dunkel, dass man meint, ihn greifen zu können.

In den vergangenen Jahren hat Marco Haas neben seiner Tätigkeit als Labelbetreiber, Musiker und DJ auch als Produzent für unter anderem Dieter Meier, Fraktus, Barbara Morgenstern, Das Bierbeben oder Ofrin gearbeitet. Das neue Album von Shrubbn!!, dem gemeinsamen Projekt von Haas und Ulli Bomans, wird ebenfalls auf SHITKATAPULT erscheinen.

T.Raumschmiere: T.Raumschmiere

Abfahrt T.Raumschmiere 2'31''
Dampfer T.Raumschmiere 3'41''
Anker T.Raumschmiere 4'40''
Grotznogg T.Raumschmiere 4'36''
Zwischenstopp T.Raumschmiere 3'45''
Shraubn T.Raumschmiere 3'37''
007 T.Raumschmiere 4'20''
Lenka T.Raumschmiere 3'56''
Do Not Open The Hatch In A Diving Submarine T.Raumschmiere 4'30''
Sleeping Pills And Habits T.Raumschmiere 3'46''

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