Tolouse Low Trax

Jeidem Fall

Karaoke Kalk Kalk CD 66
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Der Mann in der Menge ist ein Flaneur mit gelassenem Habitus. In ihm reproduziert sich der Gang der Dinge und die Bewegung der Stadt. Der Düsseldorfer Detlef Weinrich ist ein Mann in der Menge. Einer, der dem Wind der Zukunft stets mit dem Rauschen der Vergangenheit zuhört. Er liebt die Nacht um ihrer selbst willen. Und seine Musik erzählt Geschichten von ihr. Als Mitglied der Band Kreidler kennt man ihn. Als Solokünstler trägt er den Namen Tolouse Low Trax. Drei Eps und zwei Alben hat er unter eigener Regie bereits veröffentlicht. Sein erstes Soloalbum „Mask Talk“ lebte von einer abgefederten Beatfrequenz und kühler New-Wave-Strenge. Sein kürzlich erschienenes Werk „Corridor Plateau“, das als limitiertes Vinyl zur Ausstellung „Corridor Plateau“ erschien enthält perkussive Elektronik die wie Industrial aus einer zweiten industriellen Revolution klingt. Auch „Jeidem Fall“, sein drittes Album, ist nicht von hier. Es wirkt wie Musik die den Himmel auf die Erde holt. Aber einen dunklen Kosmos, in dem Licht nur blitzartig aufschimmert. Alle acht Stücke wurden in wenigen Monaten kompakt produziert und atmosphärisch perfekt aufeinander abgestimmt. Mit einer musikalischen Sprachvielfalt, die uneindeutig die Emotionen verdreht, attackiert „Jeidem Fall“ das Unbewusste und vernebelt das Bewusstsein. Die Drums sind diesmal mehr in Bewegung als noch auf „Mask Talk“. Zum rattern der Schlagstöcke tanzen und zittern melodische Arpeggios düster und dreckig. Zuweilen schwebt Stimmen in Stücken wie „Sa Seline“ oder „Geo Scan“ sehnsüchtig entrückt durch den Raum, ohne das sie eindeutige Geschichten erzählen.
Stilistisch Querverweise zu Klängen aus der Gegenwart und Vergangenheit sind trotzdem nur Mutmaßungen, denn nichts wirkt auf „Jeidem Fall“ wie etwas das so schon mal erklungen ist. Man könnte die minimale, düster eingefärbte Drumcomputer-Ästhetik mit Craig Leons erstem, reduziert rhythmischem Album „Nommos“ in Verbindung bringen. Auch der minimalistische Industrial der spanischen Band Esplendor Geometrico ist unter der brodelnden Oberfläche spürbar. Trotzdem schaut Tolouse Low Trax aus dem Jetzt ins Morgen und filtert allerhöchstens partiell persönliche Vorlieben durch seine MPC und sein kleines Synthesizer-Setup um sie im Hier und Jetzt neuartig lebendig werden zu lassen. Ein weiteres Mal verteilt Tolouse Low Trax so mysteriös zitternde Drumcomputermusik, die hypnotische Magie für einen Schatten-Dancefloor verbreitet. Nur wenige Lichter sollten jenen erhellen und die Körper, die sich über ihn bewegen, dürfen keine Angst vor bedrohlichen Percussions haben, die sie in nebelige Trance versetzen. Ein dunkel bebendes Schattengewächs, optimal für eine Reise ans Ende der Nacht, jenem jenseitigen Nicht-Ort wo die Sehnsucht schläft und sich die letzten Romantiker tanzend betrinken.

Tolouse Low Trax: Jeidem Fall

Geo Scan Tolouse Low Trax 7'20''
Jeidem Fall Tolouse Low Trax 5'01''
Sa Eline Tolouse Low Trax 6'13''
Sussing Tolouse Low Trax 6'13''
Civilisation Penta Tolouse Low Trax 2'19''
Barka Tolouse Low Trax 7'58''
Conpearl Walker Tolouse Low Trax 5'04''
Words Are Closed Up Tolouse Low Trax 6'04''