Vert

The Days Within

Shitkatapult strike_156 cd
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Das erste Album von Adam Butler alias VERT trug den Titel "The Köln Konzert" und erschien 1999 auf dem ehrenwerten Plattenlabel sonig, der Kölner Institution für ungerade Elektronik. Damals verließ Butler seine Londoner Heimat und folgte der Anziehungskraft des Bermuda Dreiecks um Mouse On Mars, a-Musik und sonig. Köln war Ende der Neunziger immer noch Hauptstadt der Elektronischen Musik in Deutschland. Als Neu-Kölner war Butler auf einmal umgeben von Musikern, die allesamt das Feld der experimentellen Elektronik bearbeiteten. In den Folgejahren hinterließ er auf diesem Feld seine Spuren und definierte seine eigene, komplexe Klangsprache. Nach drei Alben für sonig erschien im Jahr 2006 "Some Beans And An Octopus", ein Album, mit dem VERT sich deutlicher denn je Songformat und Popmusik zuwandte. Mit diesem vorläufig letzten regulären Album glückte ihm der Spagat zwischen Song und Experiment auf das vortrefflichste. Was sicherlich mit Butlers Rückbesinnung auf sein Faible für Ragtime zu tun hatte.

Im Jahr 2009 schließlich erklärte Adam Butler, dass er von Stund an keine Musik mehr machen würde. Fans, Kritiker und Plattenlabel waren schockiert. Butler begründete seinen Schritt mit einer Kompositionsblockade, er wolle stattdessen einen Roman schreiben. Was er auch tatsächlich tat. Erst der Tod seines Vaters, der selbst ein passionierter Musiker war, veranlasste VERT schließlich dazu, weiter zu machen.

Jetzt, neun Jahre nach "Some Beans…", ist VERT also zurück. Und es ist so, als ob sein letztes Album für sonig erst neulich erschienen wäre. Zwar haben die zehn Titel auf THE DAYS WITHIN nicht mehr viel mit Ragtime zu tun, wohl aber mit Songwriting. Mit einer Art von Songwriting, die so typisch ist für den inzwischen in Berlin gelandeten VERT, dass eine Verwechslung nur schwer möglich ist. Dabei haben die Stücke auf THE DAYS WITHIN allesamt ein so scharfes Profil, dass man kaum von einer spezifischen Stilistik sprechen kann. Butler ist jemand, der keine Idee zweimal verwertet. Seine Handschrift als Songschreiber und Produzent erkennt man eher an der Atmosphäre der Stücke als an Harmonien und Hooklines. Verts Musik ist eine Mischung aus Melancholie, ausgeklügeltem Arrangement, dichtem Gewebe aus Geräusch, zarter Ironie und vielen Überraschungen.

Bei Bury Yourself hören wir lose klappernde Perkussion und eine Menge scheinbar beiläufiger Klangereignisse. Eine eingängige und lax vorgetragene Gesangsmelodie und eine perlendes Synthie Thema spielen mit arabesken Anklängen. Die Grundstimmung ist dunkel. Butlers Stimme mit rauchiger Patina. Mit verrauschten Morsezeichen und wenigen schwermütigen Akkorden auf dem Harmonium beginnt Dog Days. Es klingt nach Seefahrt und Fernweh. Der Song ist so prägnant, dass er ebenso gut nur mit Piano und Gesang funktionieren würde. Jedes der vielen durcheinander wuselnden Zisch-, Klapper- und Piep-Elemente auf I Run The Waves scheint ein Eigenleben zu führen. Hier passt nichts und alles zusammen. Das morbide Like A Rose versetzt uns in eine Hafenkaschemme, in der Kurt Weill am Piano sitzt und betrunkene Prostituierte an der Bar. Und so geht es immer weiter. Kein Stück gleicht dem anderen, aber vieles klingt vertraut. Etwa der leicht ironische Gesang, der die eindringlichsten Melodien stets etwas wackelig vorträgt. Das anrührend schlichte Streicherthema. Oder das nervöse Schaben im Hintergrund.

Kaum ein Stück auf THE DAYS WITHIN ist wirklich eindeutig, alles scheint ambivalent und abgründig zu sein. Sanfte Streicherlinien und schöne Gesangsmelodien sprechen eine andere Sprache als das beunruhigende Zischeln und die grollenden Bässe im Hintergrund. Besonders die vordergründig harmlosen Songs drohen ins bodenlose zu kippen. Es ist, also ob der erfahrene Produzent Butler, Herr des komplexen Arrangements, mehrere Sprachen zugleich sprechen würde. Als ob Geister der Vergangenheit und der Zukunft beständig ihre Subtexte raunen hinter der schön bemalten spanischen Wand jedes Songs.

Vert: The Days Within

The Glare Vert 3'17''
Regret Vert 3'22''
Bury Yourself Vert 4'09''
And I Know Vert 3'51''
All This Light Vert 4'25''
The Night Sky Vert 1'27''
Trust In Me Vert 3'51''
We All Fall Down Vert 4'04''
I Run The Waves Vert 4'01''
Dog Days Vert 4'22''
A Little Learning Vert 5'55''

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